Escrima

Als Escrimadores wurden auf den Philippinen lange Zeit in spanischen Diensten stehende Einheimische bezeichnet, die gegen ihre eigenen Landsleute die Interessen der Spanier durchsetzten. Ursprünglich als trainierte Krieger aus umliegenden Dörfern kommend, praktizierten sie nach militärischer Ausbildung durch die Spanier, eine Verbindung aus geheimnisvoller südostasiatischer Kampfkunst und rationaler europäischer Hiebfechtschule, die über die Jahrhunderte eine eigene, einzigartige Identität des Escrima hervorbrachte.

Aber was ist Escrima bzw. Skirmen heute für uns? Da wir die Konzepte des ETF-Combat-Escrima über all die Jahre ausschließlich in Hinblick auf ihre Wirksamkeit, sowie professionellen Erfordernisse zum Selbstschutz von Sicherheitskräften trainiert und optimiert haben, befinden sich unsere Trainingsmethoden heute auf einem entsprechend weltweit hohen Niveau.

Wir befassen uns innerhalb der ETF intensiv mit anwendungsorientierten historischen Fechtweisen, da uns dies auch weitreichende Erkenntnisse und Fähigkeiten zur Abwehr von Waffen in der heutigen realen Welt liefert (z.b. Messerproblematik). Um möglichst realitätsnahes Training zu erreichen, werden unter nicht versportlichten Bedingungen auch Turniere ausgekämpft.

Unsere wichtigsten Hiebfecht- und Pinoyboxlehrer waren über fast zwanzig Jahre philippinische Escrimaleute (Pinoys) aus Kalifornien (USA). Wenn man nun bedenkt, daß Escrima seine Wurzeln durch spanischen Einfluß zu mindestens 85% in Europa hat, wir ja hauptsächlich in Amerika gelernt haben, sowie auf mittlerweile 35 Jahre Escrimapraxis in Deutschland zurückblicken, wird klar, wieso sich im ETF-Combat-Escrima inzwischen eine eigene, europäisch rationale Sichtweise und Methodik entwickelt hat.

Der Trainingsschwerpunkt im ETF-Combat-Escrima liegt nicht auf dem Erlernen möglichst vieler einzelner Techniken, sondern darauf die essentiellen Faktoren und grundlegenden Gesetze des Kampfes zu erfassen und für sich zu nutzen. Da bekanntlich aus einer unbewaffneten Auseinandersetzung jederzeit eine bewaffnete werden kann, und umgekehrt, ist eine starre Trennung von bewaffneter und unbewaffneter Kampfkunst aus Escrima-Sicht nicht sehr vernünftig. Im ETF-Combat-Escrima unterscheiden wir daher ganz bewußt drei wichtige Trainingsbereiche: Waffenloser Bereich, Stumpfwaffenbereich und Klingenbereich. Erst durch das Training aller dreier Szenarien erreicht man letztlich das Selbstverteidigungs - Know How, daß den hohen Standard in der ETF ausmacht.

Natürlich kann man im EFV auf Wunsch auch 'nur' am waffenlosen Training teilnehmen.

Regelmäßiges und durchaus nicht übermäßiges Üben ist die einzige Voraussetzung, die es braucht, um Escrima zu erlernen und Sicherheit zu gewinnen. Das Training im Gruppenunterricht im Verein leitet Dirk Gerster der auf 20 jährige Erfahrungen im Kampfsport und eine lange Praxis als Escrima-Trainer zurückgreifen kann sowie auch auf persönliche Erfahrungen aus seinen Aktivitäten in der Sicherheitsbranche.

Anders als in manchen Clubs leider üblich, gibt es bei uns keine kommerziell aufbereiteten und künstlich gestreckten Übungsprogramme, die mehr der Geldmacherei als denn der sinnvollen Anleitung Hilfesuchender dienen. Schwellenangst braucht bei uns niemand zu haben, da wir Anfänger mit der nötigen Vorsicht unterrichten, so das niemand zu Schaden kommt.

Wir praktizieren je nach Wunsch und persönlichen Erfordernissen von 'knallhart' realistisch für Sicherheitskräfte, bis freizeitmäßig 'soft' mit entsprechender Safetyausrüstung für 'Otto'-Normalbürger. Also für jeden etwas und genau so, wie er/sie es gern möchte, sowie jede Menge Spaß für Sie und Ihn, für alt und jung! Ebenso haben viele Mitglieder aber auch einfach riesigen Spaß beim üben historischer Fechtweisen....können es mal so richtig ausleben, sich wie in 'Mantel und Degen' - Filmen zu fühlen - entsprechende Schutzausrüstung macht es möglich...

Praktischer Unterricht ist natürlich nicht das Einzige, den Übenden werden auch die vielen weitgehend unbekannten theoretischen Grundlagen und Zusammenhänge im Escrima detailliert vermittelt. Außerdem lernen die Mitglieder auch historische Hintergründe des Escrima, historischer Fechtweisen, des Pinoyboxens, sowie des klassischen Cadena de Mano kennen. Wir verwechseln Effizienz im Training nicht mit unnötiger Härte und zwanghaft schweißtreibender Arbeit gerade weil wir rein kampforientiert üben.

Da gerade die unbekannten Faktoren einer Konfrontation zu Streß und lähmenden Ängsten führen, arbeiten wir mit einem speziellen Streß- und Situations-Kontroll-Training. Es handelt sich hierbei um gezielte, gut dosierte Rollensparringsübungen, die ohne unnötiges Verletzungsrisiko schnell zu einer Gewöhnung an die in der Praxis üblichen Szenarien führen.

ESCRIMA ist auf Grund seiner gewaltsamen Geschichte traditionell sehr progressiv, deshalb gibt es bei uns keine unnötigen Zeremonien, Bewegungen, Übungen und Formen.

Viele reden mittlerweile von Escrima oder versuchen damit sogar Geld zu machen. Wer in Hamburg wirklich Escrima erlernen möchte und wissen will, was Escrima letztlich zu einer so besonderen, außerordentlich effektiven Kampfmethode macht, der sollte unbedingt einmal bei uns reinschauen. Der Escrima-Förderverein ist in seinem Ursprung einer der ältesten Escrima-Clubs Europa's (seit 1980). Die ältesten Mitglieder trainieren hier seit über 25 Jahren Escrima unter rein pragmatischen Gesichtspunkten.